Gute Gründe für realistischen Optimismus

Trotz aller Probleme gibt es allen Grund zum Optimismus. In Gesellschaften wie unserer sind grundlegende Bedürfnisse weitgehend gesichert. Ökonomen haben es durchgerechnet: Selbst Durchschnittsverdienende in Westeuropa können sich ein einigermaßen solides Leben inklusive Hobbys leisten. Viele Menschen verfügen materiell gesehen über alles, was sie für ein gutes Leben brauchen.

Noch wichtiger: Wir wissen inzwischen ziemlich genau, was ein gutes Leben ausmacht.

Was Ikigai, Hygge, Lagom und die Blue Zones gemeinsam haben.

Nicht nur die Glücksforschung liefert Antworten. Auch kulturelle Traditionen rund um den Globus zeigen ähnliche Muster.

Was verbindet das japanische Ikigai, das dänische Hygge, das französische Savoir-vivre, das schwedische Lagom oder den costa-ricanischen Plan de Vida? Und was haben die sogenannten Blue Zones wie Sardinien, Okinawa oder Teile Kaliforniens gemeinsam?

Die zentralen Zutaten für Lebensqualität liegen längst auf dem Tisch.

Was den realistischen Teil des Optimismus angeht, also eine realistische Einschätzung unserer Möglichkeiten, ein richtig gutes Leben zu führen, kommen wir um eine wissenschaftlich fundierte Erkenntnis nicht herum: mit so wenig Zeit, wie wir momentan haben, bleibt unsere Lebensqualität gedeckelt. Egal, ob wir immer weiter investieren in das Mehr vom immer Selben. Wir müssen dringend unterscheiden zwischen dem, was unser Leben wirklich bereichert, und dem, was überflüssig ist, uns aber unsere Zeit und Energie kostet. Das ist nicht ganz einfach, weil die Werbe- und Marketing-Industrie ca. 1 Billion $ pro Jahr ausgibt, damit wir diese Unterscheidung eben nicht hinbekommen. Hinzu kommen die Tricks des Persuasiven Designs, die uns mit Hilfe unseres archaischen Dopamin-Belohnungssystems manipuliert, und zwar immer auf Kosten unserer Zeit.

Realismus bedeutet also, anzuerkennen: Ohne Zeit kein Glück. Studien belegen zum Beispiel einwandfrei, dass Freundschaften gar nicht erst zustande kommen, oder verflachen und sich destabilisieren, wenn bestimmte zeitliche Grenzwerte gemeinsamer Zeit unterschritten sind. Das gilt auch für Partnerschaft, für Gesundheit (Bewegung und Ernährung), für Bildung, gesunde Persönlichkeitsentwicklung und Produktivität.

Fazit: Für viele von uns liegen alle Zutaten für ein gutes Leben auf dem Tisch. Es wird uns nur ebenso wenig gelingen, einen Zaubertrank ohne Wasser zu kochen, wie Lebensqualität ohne Zeit zu erzeugen. Aber ansonsten ist das Rezept klar. Plus Kochtipps. Deshalb Optimismus. Los gehts!